Ein Spirit House für unseren Standort in Thailand

Unser neuer Standort in Prachinburi hat ein San Phra Phum bekommen – ein Spirit House.

Ein Brauch, dem wir gerne gefolgt sind

Wer durch Thailand geht, sieht sie überall: kleine, sorgfältig gepflegte Schreine neben Häusern, Geschäften und Fabriken. Ein San Phra Phum, ein Spirit House, bietet den Schutzgeistern des Grundstücks eine Wohnstätte, damit die Menschen, die dort leben und arbeiten, es in Frieden tun können.

Wird ein neuer Standort gebaut, wird der Schrein in einer Zeremonie aufgestellt, die ein Brahmanen-Priester zu einem als günstig bestimmten Zeitpunkt leitet. Opfergaben werden vorbereitet, Kerzen und Räucherstäbchen entzündet, das Grundstück gesegnet, bevor die Arbeit darauf wirklich beginnt. Für ein Unternehmen, das in Thailand baut, ist die Teilnahme keine Formalität. Sie ist eine Frage des Respekts – gegenüber dem Ort und gegenüber den Menschen, die dort arbeiten werden.

Die Zeremonie in Prachinburi

Unser Management, unsere thailändischen Kolleginnen und Kollegen und die Bauteams, die seit Monaten auf diesem Gelände arbeiten, standen gemeinsam zur Segnung zusammen. Die Opfertische waren gedeckt, die Bai-Sri-Gestecke wurden an ihre Plätze getragen, und die Schutzfiguren kamen in der von der Zeremonie vorgegebenen Reihenfolge auf den Schrein. Blumen wurden am Sockelstein niedergelegt, Kerzen entzündet, das Gelände gesegnet.

Es war ein heißer Vormittag, und es war ein guter. Viele der Menschen rund um diesen Schrein kannten einander vor diesem Projekt nicht – Österreicher, Thai, Ingenieure, Auftragnehmer. An diesem Vormittag waren sie schlicht die Menschen, die dieses Werk bauen.

Warum uns das wichtig ist

AGATEX ist seit 1921 ein Familienunternehmen, inzwischen in fünfter Generation. Wir denken eher in Jahrzehnten als in Quartalen – und genau so denken wir auch über Thailand. Prachinburi ist keine Adresse auf einer Rechnung, sondern wird unsere Heimat in Asien.

Ein Werk in einem anderen Land zu bauen ist nie nur ein technisches Projekt. Es bedeutet zu verstehen, wie die Dinge dort gemacht werden – und mitzumachen, statt daneben zu stehen. Das Spirit House ist im Maßstab einer Baustelle eine Kleinigkeit. Aber es ist die Art von Kleinigkeit, die unseren thailändischen Kolleginnen, Kollegen und Nachbarn zeigt, wie wir hier präsent sein wollen.

Ein Stück näher

Mit der Segnung sind wir dem Ziel ein Stück näher, für unsere Kunden in Asien zu produzieren. Von Prachinburi aus sollen künftig Faser-, Nonwoven-, Zellstoff- und Papierhersteller in der Region beliefert werden – mit kürzeren Lieferzeiten, lokalem Lagerbestand und Anwendungstechnikern vor Ort, die Versuche an Ihrer Anlage fahren können, statt sie aus Europa zu beschreiben.

Unser Dank gilt allen, die an der Zeremonie teilgenommen haben, und den Teams, die diesen Standort so weit gebracht haben.

Sagen Sie uns Ihre Faser, Ihre Anlage und Ihre Zielwerte – den Rest übernehmen wir. Muster, Versuche und gemeinsame Entwicklung sind jederzeit möglich. Schreiben Sie an salesFC@agatex.at.

AGATEX am Dornbirn Global Fiber Congress

AGATEX am Dornbirn Global Fiber Congress

Prozesschemikalien für die Faserindustrie, und ein Anwendungstechnikum, das sie belegt. Ein Rückblick auf drei Tage in Dornbirn und darauf, warum enge Zusammenarbeit in dieser Branche die einzige Grundlage für Innovation ist.

Faserchemie aus der Nähe

Der Dornbirn Global Fiber Congress ist einer der wenigen Orte, an dem die gesamte Faserwelt in einem Raum sitzt: Produzenten, Maschinenbauer, Forschungsinstitute und Markenhersteller. Genau deshalb waren wir dort — um unsere Prozesschemikalien für die Faserindustrie vorzustellen und mit den Menschen zu sprechen, die die Anlagen tatsächlich fahren.

Solche Veranstaltungen sind wichtiger, als es das Programm vermuten lässt. Die Faserindustrie entwickelt sich nicht im Alleingang weiter. Jeder hält ein Teil des Puzzles in der Hand, und Fortschritt entsteht erst, wenn diese Teile gemeinsam auf den Tisch kommen.

Was wir mitgebracht haben

Unser Sortiment deckt den Faserprozess vom Spinnen bis zur Ausrüstung ab:

Marke Anwendung
LAMBAFIL® Spinnpräparationen für Stapelfaser-, Filament- und Spunbond-Anlagen
LAMBAFIL® Hydrophilierungsmittel für Hygiene, Wipes und saugfähige Anwendungen, sowie technische Anwendungen.
LAMBAPHOB® Hydrophobierungsmittel für wasserabweisende technische Textilien
LAMBAFELT® Antistatika für Krempel, Vernadelung und Weiterverarbeitung
LAMEX® Entschäumer für Nassprozesse und Ausrüstungsbäder
CABERTEX® Flammschutzmittel für technische und Schutztextilien

 

Eigenes Anwendungstechnikum

Eine Produktliste allein löst kein Problem. Den Unterschied macht die Möglichkeit, zu testen, nachzujustieren und neu zu formulieren, bevor etwas auf eine Produktionsanlage geht. Genau dafür betreiben wir ein eigenes Anwendungstechnikum: Wir bilden die relevanten Prozessschritte ab, messen die Werte, auf die es beim Kunden ankommt, und arbeiten so lange weiter, bis das Ergebnis passt.

Im Hygienebereich heißt das Durchtrittszeit, Rücknässung, Run-off, wiederholter Flüssigkeitsauftrag und Oberflächenspannung. Beim Spinnen geht es um Laufverhalten, Ablagerungen und Weiterverarbeitbarkeit. Die Daten liegen vor dem Versuch vor, nicht danach.

Verlängerte Werkbank statt Katalog

Viele unserer Kunden arbeiten mit uns so, wie sie mit einer internen Entwicklungsabteilung arbeiten würden — als verlängerte Werkbank. Sie bringen Faser, Anlagenparameter und Zielwerte mit, wir bringen Chemie, Prüfkapazität und Formulierungserfahrung ein. Das Produkt am Ende ist auf diesen konkreten Prozess gebaut und nicht aus dem Regal genommen.

Dieser Ansatz funktioniert nur, wenn wir nah an der Branche bleiben. Kongresse wie Dornbirn sind ein großer Teil davon: Die Gespräche am Stand zeigen uns, woran Produzenten gerade arbeiten, lange bevor es in einer Spezifikation auftaucht.

Stolz, Teil dieser Kette zu sein

Viele hervorragende Gespräche am Stand, starke Vorträge im gesamten Programm und einmal mehr die Erinnerung daran, wie vielfältig Fasern sein können. Unsere Prozesschemikalien sitzen an einer kleinen, aber entscheidenden Stelle im Faserprozess — und unseren Kunden dabei zu helfen, ihr Produkt richtig hinzubekommen, ist genau unsere Aufgabe.

Unser Dank gilt den Organisatoren für die Arbeit hinter den Kulissen und allen, die sich Zeit für ein Gespräch genommen haben.

In Dornbirn verpasst?

Sagen Sie uns Ihre Faser, Ihre Anlage und Ihre Zielwerte — den Rest übernehmen wir. Muster, Versuche und gemeinsame Entwicklung sind jederzeit möglich. Schreiben Sie an salesFC@agatex.at.

Längere Fasern, weniger Staub

Der Reißprozess ist der Flaschenhals des mechanischen Textilrecyclings: Er verkürzt Fasern und erzeugt Staub. AGATEX Feinchemie hat dafür eine eigene Hilfsmittelserie entwickelt.

Der Engpass liegt im Aufschluss

Mechanisches Recycling gilt als der industriell am schnellsten skalierbare Weg, textile Reststoffe in den Kreislauf zurückzuführen. Sein zentrales Problem ist physikalischer Natur: Beim Reißen wird das Textil über Faser-Faser- und Faser-Metall-Reibung aufgelöst. Was dabei entsteht, sind kürzere Fasern, ein höherer Kurzfaseranteil und Staub. Genau diese drei Größen entscheiden, ob ein Rezyklat in der Krempel läuft – und in welchem Anteil es sich Neuware beimischen lässt. In der öffentlichen Debatte um Kreislaufwirtschaft dominieren Sortierung, Erfassung und Logistik. Der Aufschluss selbst wird dagegen häufig als gegeben behandelt. Dabei entscheidet sich dort, welche Faserqualität am Ende überhaupt zur Verfügung steht.

Entwickelt, validiert, industriell umgesetzt

Agatex hat auf dieser Grundlage eine eigene Hilfsmittelserie für den Reißprozess entwickelt. Für die Validierung war entscheidend, die Wirkung nicht im Labormaßstab, sondern über die gesamte Verarbeitungskette hinweg nachzuweisen. Dafür arbeitet das Unternehmen in einer Partnerschaft mit dem Recycling Atelier des ITA Augsburg zusammen. Das Recycling Atelier bildet die mechanische Recyclingkette in industrienahem Maßstab ab – von der Vorbereitung über den Reißprozess bis zu Vliesbildung und Garnherstellung. Damit ließ sich prüfen, was ein Hilfsmittel im Reißer bewirkt und wie viel davon in den nachgelagerten Stufen tatsächlich ankommt. Ein Effekt, der sich in der Faserlängenmessung zeigt, in der Krempel aber keine Wirkung mehr entfaltet, hat für den Verarbeiter keinen Wert. Die validierten Formulierungen sind inzwischen in der industriellen Anwendung.

Messergebnisse

Geprüft wurde ein Reißhilfsmittel der Serie gegen eine unbehandelte Referenz: Kennwert Veränderung gegenüber Referenz

Mittlere Faserlänge +11,5 %

Kurzfaseranteil −10 %

Staubentwicklung −57,6 %

Für die Weiterverarbeitung sind vor allem die letzten beiden Werte relevant. Ein niedrigerer Kurzfaseranteil verbessert die Faserführung in der Krempel und damit die Gleichmäßigkeit des Flors. Weniger Staub bedeutet geringere Ablagerungen an Garnituren und Absaugung, längere Reinigungsintervalle und stabilere Linienleistung. Die Staubreduktion ist zugleich ein arbeitshygienischer Faktor, der in der Diskussion um steigende Rezyklatanteile bislang unterbelichtet bleibt.

Der Effekt endet nicht am Reißer

Entscheidend für die Praxis ist, dass die Wirkung nicht auf den Aufschluss beschränkt bleibt. Die behandelte Faser trägt ihre veränderten Oberflächeneigenschaften in die nachgelagerten Stufen weiter – und dort zeigen sich die Vorteile teilweise noch deutlicher als im Reißprozess selbst. In der Kardierung führt die reduzierte Reibung zu einem sichtbar gleichmäßigeren Kardenbild. Der Faserdurchgang wird ruhiger, Wickelneigung und Faserstau an den Garnituren gehen zurück. Weniger Staub in der Anlage bedeutet zugleich weniger Verunreinigung im Flor. In der Spinnerei schlägt sich das in einer besseren und schnelleren Verspinnbarkeit nieder: Das Material lässt sich stabiler verziehen, was höhere Liefergeschwindigkeiten zulässt, ohne die Prozesssicherheit zu gefährden. Für Verarbeiter, die Rezyklatanteile erhöhen wollen, ist das häufig der ausschlaggebende Punkt – nicht die Faserlänge auf dem Messprotokoll, sondern die Frage, ob die Linie das Material in der gewünschten Geschwindigkeit sauber durchlässt.

LAMBAFIL R – eine Serie entlang des Prozesses

Aus der Entwicklungsarbeit ist die Serie Lambafil R hervorgegangen. Sie ist nicht als Einzelprodukt konzipiert: Weil das Reibungsverhalten stark vom Fasertyp abhängt, ist die Serie nach der Zusammensetzung des Eingangsstroms differenziert und wird auf den jeweiligen Prozessschritt abgestimmt.

• Lambafil R100 – für synthetikreiche Recyclingmaterialien

• Lambafil R200 – für Baumwolle und cellulosische Recyclingmaterialien

• Lambafil R300 – für PET-reiche Recyclingmaterialien

• Lambafil R400 – für Mischungen aus PET und Baumwolle

Alle Produkte der Serie sind PFAS-frei formuliert. Die konkrete Auslegung erfolgt anwendungsbezogen: Zusammensetzung des Eingangsstroms, Maschinenkonfiguration und Zielqualität des Rezyklats bestimmen Auswahl, Auftragsstelle und Auftragsmenge. „Im Recycling wird viel über Sortierung und Logistik gesprochen und sehr wenig über die Chemie im Reißprozess. Dabei entscheidet sich genau dort, welche Faserqualität am Ende überhaupt zur Verfügung steht. Unsere Partnerschaft mit dem Recycling Atelier hat uns ermöglicht, die Wirkung über die ganze Kette hinweg zu belegen – und nicht nur einen einzelnen Effekt.“, sagt Nikolaus Bauer-Harnoncourt, Mitglied der Geschäftsleitung von Agatex Feinchemie GmbH.
Die Agatex Feinchemie GmbH ist beim Dornbirn GFC 2026 als Aussteller vertreten.

BEITRAG: https://textile-network.de/de/Technische-Textilien/Fasern-Garne/Laengere-Fasern-weniger-Staub

Mechanisches Textilrecycling: Warum die Prozesskette vom Reißen bis zum Garn über echte Kreislaufwirtschaft entscheidet

Mechanisches Textilrecycling verwandelt Alttextilien rein physikalisch – ohne chemische Auflösung – zurück in verspinnbare Faser und Garn. Es ist der Weg zu zirkulären Textilien, der heute am schnellsten skaliert. Die Ergebnisqualität hängt dabei fast ausschließlich davon ab, wie gut die Faserschädigung beim Reißen kontrolliert wird.

Das ist die Antwort, nach der die meisten suchen. Was folgt, erklärt, warum das stimmt, wo die Technologie heute steht – und was es braucht, um aus Recyclingfaser ein Garn zu machen, das eine Spinnerei tatsächlich fahren kann.

Die ungenutzte Ressource: 1 Million Tonnen pro Jahr

Allein in Deutschland werden jährlich rund 1 Million Tonnen Alttextilien gesammelt. Laut einem Trendreport in den Melliand Textilberichten (Ausgabe 3/2026, Stegschuster & Cetin) landet davon mehr als die Hälfte weiterhin im Downcycling – etwa als Dämmmaterial oder Putzlappen – oder in der thermischen Verwertung, also der Verbrennung. Angesichts der Umweltbelastung durch die Textilindustrie ist das ein enormer Wertverlust.

Der zentrale Befund des Reports macht Mut: Mechanisches Recycling ist technologisch bereit. Der Engpass liegt nicht im Konzept, sondern in der Umsetzung – konkret in der Fasereinkürzung beim Reißen und in allem, was diese Einkürzung nachgelagert kaputt macht.

Wie die Prozesskette des mechanischen Textilrecyclings funktioniert

Mechanisches Recycling folgt einer klar definierten Abfolge – oft auch „Reißen-zu-Garn“-Kette genannt:

  1. Sortierung & Vorbehandlung – Alttextilien werden nach Fasertyp und Farbe sortiert, da mechanisches Recycling bei möglichst homogenem Input am besten funktioniert.
  2. Reißen – Textilien werden mechanisch wieder in Faserzustand zerkleinert. Das ist der kritischste Schritt: aggressives Reißen verkürzt die Faserlänge und erhöht Nissen, Staub und Faserbruch.
  3. Öffnen & Mischen – gerissene Faser wird geöffnet und häufig mit Neu- oder anderer Recyclingfaser gemischt, um Festigkeits- und Längenverlust auszugleichen.
  4. Kardieren – Fasern werden zu einem Vlies ausgerichtet. Die Kardierleistung reagiert extrem empfindlich auf Faserlängenverteilung, Staubanteil und Faser-Faser-Reibung – alles Parameter, die bereits beim Reißen festgelegt werden.
  5. Verspinnen – das kardierte Faserband wird verzogen und zu Garn versponnen. Schwache, zu kurze oder stark reibende Faser zeigt sich hier als Fadenbrüche, ungleichmäßiges Garn und niedrige Produktionsgeschwindigkeit.

Der Report bringt es auf den Punkt: Der Faserlängenverlust in Schritt 2 ist die Variable mit dem größten Einfluss darauf, ob am Ende hochwertiges oder kaum verspinnbares Garn steht.

Warum mechanisches Recycling nicht „nur für Downcycling gut genug“ ist

In der Branche hält sich hartnäckig die Annahme, mechanisch recycelte Faser sei grundsätzlich zweitklassig – geeignet für Vliesstoffe und Dämmmaterial, nicht aber für Garn in Bekleidungsqualität. Die Melliand-Analyse widerspricht dem. Mit der richtigen Prozesskontrolle kann mechanisches Recycling Garne liefern, die es mit Neufaser aufnehmen können – bei einem Bruchteil des Energie- und Wasserverbrauchs von Neufaserproduktion oder chemischen Recyclingrouten.

Entscheidend ist nicht die Recyclingmethode an sich, sondern ob die Faserintegrität an jedem einzelnen Schritt der Kette geschützt wird – angefangen beim Reißen.

Wo Faserhilfsmittel ansetzen: Die LAMBAFIL® R Series

Genau hier setzt FiberLoop by AGATEX mit der LAMBAFIL® R Series an – speziell entwickelt für recycelte Rohstoffe. Je nach Ausgangsmaterial stehen vier Varianten zur Verfügung:

  • LAMBAFIL® R100 – für synthetikreiches Recyclingmaterial
  • LAMBAFIL® R200 – für Baumwolle und cellulosische Recyclingmaterialien
  • LAMBAFIL® R300 – für PET-reiches Recyclingmaterial
  • LAMBAFIL® R400 – für gemischtes PET/Baumwoll-Recyclingmaterial („Poly-Baumwolle“)

Angewendet in der Reiß- und Aufbereitungsstufe senkt die LAMBAFIL® R Series Kurzfaseranteil und Staubbildung und verbessert Kardierbarkeit sowie Verspinnbarkeit deutlich – und ermöglicht damit einen höheren möglichen Rezyklatanteil im fertigen Textilprodukt. Kurz gesagt: LAMBAFIL® R recycelt das Textil nicht selbst – es schützt genau die Faserqualität, von der mechanisches Recycling abhängt, und zwar genau an dem Punkt der Kette, an dem der meiste Schaden entsteht.

AGATEX und das Recycling Atelier Augsburg

AGATEX ist seit Juni 2024 Industriepartner im Netzwerk des Recycling Ateliers Augsburg (Technische Hochschule Augsburg / Institut für Textiltechnik Augsburg, ITA) – der weltweit ersten Modellfabrik für mechanisches Textilrecycling. Das Partnernetzwerk besteht aus elf Industrieunternehmen, die gemeinsam die gesamte Prozesskette des mechanischen Textilrecyclings abdecken. AGATEX bringt dabei seine Prozesschemie-Expertise ein, mit dem Ziel maximaler Faserlängen-Erhaltung und höherer Recyclingqualität. Mehr zur Partnerschaft und den Produkten für die textile Kreislaufwirtschaft: agatex.at/textilesrecycling.

Was es braucht, um zirkuläre Textilien zu skalieren

Mechanisches Recycling skaliert nur, wenn die gesamte Kette zusammenarbeitet:

  • Mechanische Recycler brauchen konsistenten, gut charakterisierten Faseroutput
  • Spinnereien brauchen Faser und Hilfsmittel, die auf bestehenden Anlagen zuverlässig laufen
  • Textilhersteller brauchen Garnqualität, die sie spezifizieren können – nicht „Rezyklatanteil“ als Kompromiss
  • Marken brauchen nachvollziehbares, verifizierbares zirkuläres Material, für das sie auf dem Label geradestehen können

Keiner dieser Akteure kann die Faserqualität allein lösen. Sie entsteht an der Schnittstelle – Reißen, Kardieren, Verspinnen – mit den richtigen Prozesspartnern und den richtigen Hilfsmitteln.

Häufige Fragen zum mechanischen Textilrecycling

Was ist mechanisches Textilrecycling? Mechanisches Textilrecycling ist die rein physikalische Aufbereitung von Alttextilien – Reißen, Öffnen, Kardieren, Verspinnen – zurück zu Faser und Garn, ohne den Polymer chemisch aufzulösen. Es unterscheidet sich damit von chemischen bzw. Lösungsmittel-basierten Recyclingverfahren.

Warum liefert mechanisches Recycling oft geringere Faserqualität? Nicht grundsätzlich – der Qualitätsverlust entsteht vor allem durch mechanische Schädigung beim Reißen, die Fasern verkürzt und Staub sowie Faserbruch erhöht. Mit der richtigen Prozesskontrolle und Faserhilfsmitteln lässt sich mechanisch recycelte Faser zu hochwertigem Garn verspinnen.

Wie viel Alttextil steht in Deutschland für Recycling zur Verfügung? Rund 1 Million Tonnen pro Jahr, laut dem Melliand-Textilberichte-Trendreport 3/2026 – mehr als die Hälfte davon geht derzeit in Downcycling oder thermische Verwertung statt in Faser-zu-Faser-Recycling.

Was macht die LAMBAFIL® R Series im Recyclingprozess? Die LAMBAFIL® R Series ist eine Faserhilfsmittel-Familie (FiberLoop Technology) von AGATEX, die beim Reißen und in der Aufbereitung recycelter Textilfaser eingesetzt wird. Sie senkt Kurzfaseranteil und Staubbildung und verbessert Kardierbarkeit und Verspinnbarkeit – mit vier Varianten für synthetikreiche (R100), baumwoll-/cellulosebasierte (R200), PET-reiche (R300) und gemischte PET/Baumwoll-Rohstoffe (R400).

Was ist das Recycling Atelier Augsburg? Es ist die weltweit erste Modellfabrik für mechanisches Textilrecycling, getragen von der Technischen Hochschule Augsburg und dem ITA Augsburg. Ein Netzwerk von elf Industriepartnern – darunter AGATEX – deckt gemeinsam die gesamte Prozesskette vom Reißen bis zum fertigen Recyclinggarn ab.


Quelle: Stegschuster, G. & Cetin, M., „Prozesskette des mechanischen Recyclings vom Reißen bis zum Garn zur Herstellung hochwertiger Garne,“ Melliand Textilberichte 3/2026, 8. Juni 2026. Zum Originalbericht.

Mehr zur AGATEX-Partnerschaft mit dem Recycling Atelier Augsburg: agatex.at/textilesrecycling Alle Produkte für mechanisches und chemisches Textilrecycling sowie rPET-Fasern: agatex-fiberloop.com

AGATEX bei der Textile Recycling Expo 2026

Chemie, die die Kreislaufwirtschaft voranbringt

Brüssel, Juni 2026 — Die Textile Recycling Expo 2026 in Brüssel brachte die führenden Köpfe des mechanischen und chemischen Textilrecyclings zusammen — und AGATEX Feinchemie war mittendrin.

An zwei intensiven Tagen an Stand #2424 führte unser Team eingehende Gespräche mit Recyclern, Faserherstellern, Vliesstoffproduzenten und Branchenpionieren aus ganz Europa und darüber hinaus. Die Botschaft war eindeutig: Die zirkuläre Textilwirtschaft skaliert rasant, und die richtige Spezialchemie macht den Unterschied zwischen einem Laborergebnis und der industriellen Realität aus.

Was wir präsentiert haben

LAMBAFIL® R Series — Spin Finishes für mechanisch recycelte Fasern

Die LAMBAFIL® R Series ist unsere dedizierte Spin-Finish-Plattform für mechanisch recycelte Faserströme. Speziell für die Herausforderungen von Recycling-Ausgangsmaterialien entwickelt, adressiert die Serie die häufigsten Verarbeitungsprobleme direkt:

  • Reduzierter Kurzfaseranteil und geringere Staubbildung
  • Deutlich verbesserte Kardierbarkeit und Verspinnbarkeit
  • Höherer möglicher Rezyklatanteil im fertigen Textilprodukt

Die Serie deckt vier unterschiedliche Materialprofile ab:

PRODUKT AUSGANGSMATERIAL
LAMBAFIL® R100 Synthetikreiches Recyclingmaterial
LAMBAFIL® R200 Baumwolle und cellulosisches Recyclingmaterial
LAMBAFIL® R300 PET-reiches Recyclingmaterial
LAMBAFIL® R400 Gemischtes PET/Baumwoll-Recyclingmaterial

LAMEX® & LAMBATOL® — Prozesschemie für chemisches Recycling

Chemische Recyclingprozesse stellen sehr spezifische Anforderungen an die Hilfschemie. Unsere LAMEX® Entschäumer und LAMBATOL® Waschhilfsmittel sind präzise auf die Prozessbedingungen des chemischen Textilrecyclings abgestimmt — von Auflösung und Reinigung bis zur Polymerrückgewinnung.

Beide Produkte sind so formuliert, dass sie zuverlässig bei den Temperaturprofilen, pH-Bereichen und Verunreinigungsgraden funktionieren, die für moderne chemische Recyclingprozesse typisch sind.

LAMBAFIL® PET-Series — Von recycelten PET-Chips zur Hochleistungsfaser

Polyesterfasern aus chemisch recycelten PET-Chips erfordern ein Spin-Finish-System, das die spezifischen rheologischen und Oberflächeneigenschaften des recycelten Polymers berücksichtigt. Genau das bietet die LAMBAFIL® PET-Series — optimierte Schmierung, Kohäsion und antistatische Wirkung für eine konstante Verarbeitbarkeit vom Spinnen bis zur nachgelagerten Textilherstellung.

Warum AGATEX?

AGATEX Feinchemie entwickelt und produziert seit 1921 Spezialprozesschemikalien für die Faser- und Textilindustrie. Das zeichnet uns aus:

  • Über 100 Jahre Erfahrung in der Faserchemie
  • Maßgeschneiderte Formulierung — kein Standardprodukt-Kompromiss
  • AGATEX Innovation Center (AIC) für gemeinsame Anwendungsversuche
  • PFAS-freie und biobasierte Optionen verfügbar
  • Produktionsstandorte in Österreich und Thailand
  • ISO 9001 & ISO 14001 zertifiziert

Lassen Sie uns im Gespräch bleiben

Haben wir uns in Brüssel verpasst? Wir würden gerne von Ihnen hören.

Ob Sie eine Recyclingfaser-Linie hochskalieren, ein neues Ausgangsmaterial qualifizieren oder Ausbeute und Qualität in Ihrem aktuellen Prozess verbessern möchten — unser Team steht bereit, Sie zu unterstützen.

📩 salesfc@agatex.at 🌐 www.agatex.at

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